Lebensmüde
Ich bin vor kurzem auf einen Artikel in der Berliner Zeitung gestoßen, der mich zum Nachdenken angeregt hat:

Mir war besondes der Satz “Nach seiner Festnahme gab er als Motiv an, lebensmüde zu sein.” ins Auge gefallen.
Heutzutage verwedet man den Begriff meistens, wenn man jemanden für verrückt oder wahnsinnig erklären möchte. “Du spinnst doch, Du bist lebensmüde, das ist verrückt!” Genau so geht es mir manchmal. Somit würde ich mich ohne zu Zögern in die Kategorie LEBENSMÜDE einordnen.
Aber was bedeutet es eigentlich noch?
Man ist des Lebens müde. Ausgelaugt… – meiner Meinung nach. Es fehlt der Lebenswille.
Und genau so geht es mir im Moment auch. Ich habe keine Kraft mehr. Mit jedem Tag bricht ein Stück mehr von meinem Leben weg. Und noch kommt nicht schnell genug wieder neue “Substanz” dazu… Mir fehlt die Kraft zu kämpfen. Jeden Tag aufzustehen und erneut dem Tag entgegenzutreten mit genügent Ausdauer, Frohsinn und Nüchternheit ihn zu überstehen.
Und um dem Ganzen dann doch mal zu entfliehen, fehlt mir das Geld. Somit bin ich momentan an meine Einsamkeit gefesselt. Und aus Angst erst Recht nicht mehr aus dem Kreis hinaus zu kommen, lehne ich Angebote der Geldleihe ab. Irgendwann wird es ein Ende haben und so lange muss ich eben durchhalten – so gut es irgendwie geht. Es ist fürchterlich!
Auch die Lichtblicke sind nur kurz, aber ich versuche soviel Kraft wie möglich daraus zu schöpfen:
+ ich habe endlich ein WG-Zimmer gefunden
- 13qm für 190 Euro dazu 4 Monate lang 115,50 Euro Kaution und irgendwann hoffentlich mal Internet (mit sicherlich mindestens 10 Euro); kaum bis gar kein Handyempfang in der Wohnung; extrem laute Kinder scheinen ihr Zimmer genau über mir zu haben… (und seit heute früh 7 Uhr sind die irgendwo runter gesprungen, dass es geklirrt hat wie eine extrem wackelnde Vitrine mit viel Glas gefüllt)
+ ich gehe heute zu einer Chorprobe – habe in einer Zeitung eine Anzeige gefunden, dass noch Leute für einen Projektchor gesucht werden (es wird mitunter WUNDERBAR von Hans Schanderl geben, welches ich schon im Opernjugendchor mitgesungen habe)
+/- ich suche einen job für nebenher (irgendwann nach 19 uhr und am wochenende) und mache mich grad wegen einer steuernummer (beantragen) kundig – alles doooof!!!
Jede Anstrengung laugt momentan doppelt so schlimm aus, wie sonst… – das ist derzeit das eigentlich Schlimme. Dadurch bin ich auch viel stärker für nervige Dinge/verbale Verletzungen/doofe Bemerkungen anfällig als sonst – ich mag nicht mehr!
Hat jemand ein bisschen Stärke für mich?
Zu senden an mich: Heidenfeldstraße 10 in 10249 BLN.
17 Juni 2008 um 21:39
Ach liebe Zaphira, dass klingt ja gar nicht gut. Schick dir mal auf diesem Weg ein bissl Stärke und Muntermacher!
Es wird eben auch höchste Zeit, dass sich das mit deinem Magen mal klärt. Ich denke fast das spielt da auch mit rein!
Denk an dich und drück dich!
Liebe Grüße
Doro
18 Juni 2008 um 14:11
Halte Durch, sei Stark und Tapfer! Wir sehen uns am Wochenende! Und bald ist die LC!
22 Juni 2008 um 14:51
wollen wir hoffen, das deine bezugnahme auf den artikel in tokio keine anspielung ist und es in den nächsten tagen lautet… sie hatte es auf ihren blog viele tage vorher angekündigt :-P
zwecks job: schau mal bei kaufland vorbei, soweit ich weiß, gibt es die auch in berlin. die zahlen ganz ordentlich (10 taler/h) und bei uns ging es immer ab 19 uhr los, das wäre für dich sicher ganz gut. einfach mal fragen. ich habe es dort 7 jahre lang durchgehalten :-)
24 Juni 2008 um 2:52
Ich glaube letargisch trifft es eher als lebensmüde. Ja, leider kenne ich auch sowas. Da muss man durch, auch wenn es manchmal verdammt lange dauert. *seufz*
Hey….soviel zahlen die? Ich muss meinen Job ändern.
30 Juni 2008 um 13:45
Liebe Zaphira, sei stark (Du hast soviele Gaben) und erinere Dich an jene, die an Dich denken, bei denen Du jederzeit anklopfen kannst, denen Du wichtig bist, die Dir ihre Schulter leihen, ihr Ohr und ihre Aufmerksamkeit ! Du bist nicht wirklich alleine !!!
Kennst Du diesen Spruch von der Liebe ? ( Liebe ist das einzige, was nicht weniger wird, wenn man es verschwendet ! ) So ähnlich verhält es sich meines Erachtens nach auch mit der Offenheit – auch wenn man da im Vorfeld kurz überlegen sollte, wem man gerade gegenüber steht.
Jedenfalls noch einmal Danke für den Zugang zu Deiner inneren Sphäre (dieser Internet-Adresse) ! Und Danke für den Trost, den Du meiner Tochter gegeben hast !