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Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Konzert angekündigt war, auf welches ich mich sehr freute.

Am 2. April, 20:30 Uhr sollte es stattfinden. FLIMMERFRÜHSTÜCK war in Berlin! Nach bald 2 Jahren, könnte ich endlich mal wieder auf ein Konzert gehen. Damals in Leipzig im Bassamo war die Stimmung ziemlich gut! Ob es diesmal ähnlich werden würde?

Also machte ich mich fast rechtzeitig auf den Weg. Es war regelrecht warm, sodass ich eine dünnere Jacke als die letzten Wochen anziehen konnte. Beschwingt von dem Duft des Frühlings in der Stadt und in der U-Bahn mit der passenden Musik in den Ohren – Flimmerfrühstück, zum Einstimmen, verging die Zeit schnell.

Anfangs unbekannte Wege erinnerten an eine alte Arbeitsumgebung und schon war alles ganz anders. Nichts Neues und mit einer gewissen Sicherheit lässt es sich gleich doppelt beschwingter den Weg zum Konzert fast rennen. Denn es waren nur noch wenige Minuten vor halb neun. Und ich wollte ungern etwas verpassen. Bisher war alles so gut gelaufen.

Im LAIKA angekommen, folgte ich der Musik und fand alles sofort. Sie waren noch beim Soundcheck – sehr gut, rechtzeitig! Aber warum war sonst noch keiner da, außer dem Jungen dort in der Ecke? War ich doch zu früh? Hatte ich mich in der Zeit geirrt? Nein.
Alles war richtig. Aber ich hatte vergessen, dass wir uns in Berlin befinden, wo gute Diskos oder Konzerte nicht vor 4 Uhr nachts beginnen. Ich bekam etwas Angst – so spät wollte ich eigentlich schon seit Stunden im Bett liegen. Aber ich sollte Glück haben.

Mit der Zeit trafen weiter Leute ein. Jungen und Mädchen von überall her (selbst aus Frankreich^^ – hier zum Auslandssemster). Die Fangemeinde am Tisch links war deutlich zu erkennen. 5 Mädels, die mit den Köpfen zusammensteckten und kicherten.
Die Band verkünte kurz vor neun noch schnell etwas Essen zu gehen.
Naja, man kommt mit jungen Leuten ja leichter ins Gespräch – sogar nette und interessante Gespräche.

In der Zwischenzeit haben rechts auf dem Sofa 2 Personen verschiedenen Geschlechts Platz genommen und sich angeregt unterhalten. Schon seit ich losgegangen war, hat alles so einen seltsamen Hauch von Paris an sich. Das Wetter, der Franzose, mit dem ich mich unterhielt und selbst diese beiden auf dem Sofa. Es war nicht nur die Art der Kleidung, die sie trugen, sondern auch wie sie sich unterhielten oder rauchten. Alles erinnerte an meine Zeit in Paris. Sehnsucht kam auf. Aber sie machte mich nicht traurig, sondern glücklich und beschwingt (das war es also).

Etwa viertel vor 10 gesellte sich dann auch die Band in den ziemlich voll gewordenen Raum. Im Vergleich zum Bassamo, wo alle rumstanden, gab es hier Sitzgelegenheiten. Es waren vielleicht so um die 40 Leute (mehr hätten eh fast nicht reingepasst) anwesend. Und dann ging es auch endlich los!

Je mehr gespielt wurde, desto mehr fühlte ich mich hier irgendwie falsch. Ich hatte den Rhytmus in Kopf und Fuss und kam mir damit wie ein Außerirdischer vor. Alle anderen saßen mehr als cool mit ihrem Bier und ihrer Zigarette in der Hand da. Es war wie ein Schauspiel. Ich fühlte mich eher wie auf einer Lesung und nicht wie auf einem Konzert… HALLO???

Und auch wenn flippigere Stücke kamen. NIX, keine Regung! Was war den hier los? – Ich wusste es nicht. Aber egal, ich war wegen der Band und ihrer Musik hier. Also genoss ich diese…

Einzig die Beiden auf dem Sofa konnten mich ablenken, denn sie lebten in dem Moment in einer ganz anderen Welt. Man hätte eine Film drehen können. Es war die klassische Szene. Auch wenn ich ihr Gespräch akustisch nicht verstand, so verrieten ihre Körper alles!

Er, ihr zugewand, sie, im Schneidersitz neutral nach vorn. Beide unterhielten sich die ganze Zeit miteinander und widmeten sich der Band nur zum Applaudieren. Mit den gemeinsamen Gesprächen und Zigaretten wuchs die Bindung und verringerte sich der Abstand zwischen ihnen. Er schmachtete ihr die ganze Zeit mehr als zu. Irgendwann waren nur noch 20 cm Luft, als sie weich wurde. Sie wandte sich ihm zu und schien sich anzuvertrauen. Sie wurde traurig und gelöst und auch in der Körperhaltung war sie zusammengesackt. Er nahm ihre Hand und strich sanft darüber. Und nach ihrer Aussprache wurde sie sichtlich steif und blockierte auf einmal alles. Sie entzog ihm seine Hand. Sie konnte nicht. Das signalisierte sie klar. Und er wurde traurig und ging in die Offensive. Er frage nach und ließ nicht locker. Sie rückte wenige Millimeter ab und er, aber nicht zu aufdringlich, hinterher. Nach wenigen Versuchen stand sie auf und verließ den Raum. Aber nur um mit 2 neuen Flaschen Bier wenig später zurückzukehren. Frischen Mutes ließ sie sich nun wieder auf das Gespräch ein. Und er schien Erfolg zu haben. Wenn schon nicht für länger, dann wenigstens für den Moment – genießen. Und darauf ließ sie sich. Ihr Kopf sank auf seine Schulter während er sichtlich erleichtert wieder sanft nach ihrer Hand griff, was sie auch zuließ. Am Ende schienen beide glücklich – für diesen Moment…

Das waren so etwa 1,5 – 2 Stunden im Zeitraffer. Irgendwie war es faszinierend mal von außen auf eine solche Situation zu schauen, in welcher ich mich gefühlt schon zu oft selber befunden hatte. Wahrscheinlich konnte ich sie deshalb so gut verstehen. Und irgendwie hatte es auch wieder etwas von Paris, von einer Sehnsucht…

Das Konzert ging etwas über eine Stunde, so dass kurz nach 11 Schluss war. Ich fand das Konzert sehr gut und die Band war mit ihrem Publikum auch sehr zufrieden gewesen (für mich vollkommen unverständlich). Ich machte mich beschwingt von der Musik und der Atmosphäre auf den Heimweg und war ziemlich schnell zu Hause und froh nicht zu spät im Bett zu sein.

Ja, man kann sagen, Berlin ist cool. Und ich scheine es irgendwie nicht zu sein. ZUM GLÜCK!

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